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Reitwelt.info - Alles rund ums Pferd - Online Magazin von und für Pferdefreunde


Probelauf für die WM Distanzreiten Aachen 2006

von (PRESSE FN)

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„Generalprobe aus organisatorischer Sicht voll gelungen“! Aachen (fn-press). Aachen hat den letzten Probelauf für die WM Distanzreiten hinter sich. Am zweiten Juniwochenende verschafften sich 73 Distanzreiter aus 15 Nationen schon einmal einen Eindruck von der Aufgabe, die im nächsten Jahr auf sie und ihre Pferde zukommt. Auch für den Veranstalter war es ein Test, ob er gut auf diese für ihn neue Disziplin vorbereitet ist. Immerhin muss sich der in Springen, Dressur, Fahren und Voltigieren erfahrene CHIO-Veranstalter Aachen für die WM auch für die Disziplinen Vielseitigkeit, Reining und Distanzreiten fit machen. FN-Aktuell sprach mit Beate Grün (Büdingen) über die Generalprobe. Sie ist zusammen mit Birgit Albersmeier (Aachen) vom Aachen-Laurensberger Rennverein als WM-Disziplinmanagerin für das Distanzreiten verantwortlich.

fn-aktuell: „Nur 20 von 73 Reitern und Pferden haben bei dieser Generalprobe für die Weltmeisterschaften 2006 den Distanzritt in der Wertung beendet. Das heißt, drei von vier Paaren sind im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke geblieben. War die Strecke zu schwer?“

Beate Grün: Natürlich ist es eine schwere Strecke. Bei diesem letzten Test vor 2006 absolvierten die Reiter die Strecke, die auch bei der WM zu reiten sein wird. Und die hat nun einmal Vier- Sterne-Niveau. Aber ich glaube nicht, dass die Strecke für die hohe Ausfallquote verantwortlich ist. Schließlich haben wir auch im vergangenen Jahr, wenn auch nur 120 Kilometer, auf dieser Route geritten. Und da lag die Ausfallquote nur bei 40 Prozent. Ich denke, dass die Reiter die Strecke unterschätzt haben. Sie sieht optisch und auf der Karte leichter aus, als sie tatsächlich ist. Auf Reiter und Pferd warteten gerade in Belgien Abschnitte mit kurzen, heftigen Anstiegen. Hinzu kamen wechselnde Böden: Sand, Gras, Schotter und Asphalt - alles war dabei. Und dann gab es noch einen Faktor, den wir nicht beeinflussen können: das Wetter. Ungewöhnlich für die Jahreszeit, war es mit sechs bis tagsüber 14 Grad sehr kalt. Viele der ausgeschiedenen Pferde hatten Probleme mit der Muskulatur. Auf jeden Fall muss aber analysiert werden, wie es zu der hohen Ausfallquote kam.“


fn-aktuell: „An der Strecke wird sich also nach diesem Ergebnis nichts ändern?“


Grün: „Im Wesentlichen wird sie so bleiben. Wir werden lediglich den Asphaltanteil weiter verringern. Die WM nächstes Jahr ist ja erst im August und da lässt die Erntezeit es zu, dass wir dann Feldränder, teils sogar Felder, nutzen können.“ 


fn-aktuell: „Einige Reiter sind mit GPS geritten und meinten, dass die einzelnen Etappen länger waren, als vom Veranstalter angegeben. Haben Sie sich vermessen?“


Grün: „Ich denke nicht. Auch wir haben die Strecke und die einzelnen Etappen mit GPS abgemessen. Von daher können wir uns die Abweichung nicht erklären. Wir überprüfen das aber selbstverständlich und messen die Strecke noch mal nach.“


fn-aktuell: „Nach dem Testritt letztes Jahr gab es sehr viel Kritik an der Organisation. Sind e mit dem Ablauf der Generalprobe diesmal zufrieden?“


Grün: „Auf jeden Fall. Im Jahr 2004 war der erste Testritt. Das war der erste Distanzritt, den Aachen veranstaltet hat. Wir haben um Kritik gebeten und sie umgesetzt. Die Streckenmarkierung bei diesem Ritt ist von den Teilnehmern sehr gelobt worden. Wir haben das Roadbook, das Material für die Trossfahrer, verbessert. Und die Abläufe im Vetgate waren reibungslos. Wir haben bewusst nur die halbe der möglichen Fläche genutzt, da wir auch nur die Hälfte der Starter von 2006 hatten, um eben eine WM-nahe Situation zu simulieren. Im nächsten Jahr haben wir allerdings noch mehr Einfluss darauf, wer sich im Crewbereich aufhalten darf. Dann haben alle Nationen Equipechefs dabei, die hier sehr ordnend mit eingreifen.“


fn-aktuell: „Was sind nach dieser Generalprobe die Hausaufgaben für 2006?“


Grün: „Beim Zeitnahmesystem werden wir noch Verbesserungen vornehmen. Und dann werden einige Dinge umgesetzt, die wir für 2006 bereits geplant haben, auf die wir aus organisatorischen Gründen aber verzichtet haben. Wir werden zum Beispiel nicht nur per Moderation, sondern auch mit Anzeigetafeln das interessierte Publikum über die Disziplin und den Wettkampfverlauf informieren. Auch 2006 wollen wir natürlich die Zuschauer soweit wie möglich in das Geschehen vor allem im Vetgate hineinlassen. Das hat diesmal bereits sehr gut geklappt. Da wir aber mit mehr Menschen rechnen, werden wir Tribünen aufstellen. Die Plätze für die Tribüne im zentralen Vetgate oben im Dreiländereck sind übrigens schon so gut wie ausverkauft.“


Das Gespräch führte Adelheid Borchardt.



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