Die weitaus häufigsten Erkrankungen bei Sport- und Freizeitpferden betreffen den Bewegungsapparat. An erster Stelle stehen dabei Gelenkserkrankungen, die immer wieder zu längeren Lahmheiten sowie teilweise zum totalen Verlust der Einsatzfähigkeit als Sport- und Reitpferd führen.
Insbesondere bei allen Formen von Arthrosen wird dabei Knorpelsubstanz abgebaut, was zum Verlust ihrer Gleitfähigkeit führt. Weiterhin behindern Knochenzubildungen die Beweglichkeit des gesamten Gelenks. Der Gelenkinnenraum wird beim gesunden Gelenk von dick zähflüssiger Gelenksflüssigkeit ausgefüllt, die insbesondere die knorpeligen Knochenenden schmiert und für einen im wahrsten Sinne des Wortes „reibungslosen“ Bewegungsablauf sorgt.
Meist sind Gelenkserkrankungen jedoch mit entzündlichen Prozessen verbunden, die u.a. dazu führen, dass die Gelenksflüssigkeit ihre zähe Konsistenz verliert und im Extremfall wässrig dünnflüssig wird. Sie kann ihre Schmierfunktion nicht mehr in vollem Umfang erfüllen, die Abnutzung innerhalb des Gelenks nimmt zu und der Teufelskreislauf schließt sich.
Der Tierarzt begegnet dem Problem häufig, indem er Hyaluronsäure, einen der Hauptbestandteile der Gelenksflüssigkeit, direkt ins Gelenk oder in die Blutbahn injiziert, um der Gelenksflüssigkeit wieder zu ihrer galertartigen Konsistenz zu verhelfen. Neu ist die Möglichkeit, Hyaluronsäure oral, d.h. einfach mit dem Futter zu verabreichen.
Generell stellt sich dabei natürlich die Frage, ob und in welchem Umfang die Hyaluronsäure ihren Weg vom Verdauungsapparat über die Blutbahn bis ins Gelenk findet. Tatsächlich ist bislang kein verlässliches Verfahren bekannt, mit dem dieser Nachweis geführt werden könnte. Allerdings spricht vieles für den Erfolg dieses Verfahrens, zumal es überaus positive „Nebenwirkungen“ zur Folge hat.
Ergänzungsfuttermittel, die zur Gesunderhaltung von Gelenken verabreicht werden, enthalten heute üblicherweise sog. Glukosaminoglykane, die den Erhalt und die Ernährung von Knorpel, Bindegewebe und Gelenksflüssigkeit unterstützen. Bekannt und weit verbreitet ist hierbei z.B. das Konzentrat aus der Neuseeländischen Grünlippenmuschel, die über eine hohe Konzentration an Glukosaminoglykanen verfügt und viele Präparate, in denen diese Inhaltsstoffe verwendet werden.
Offenbar führt jedoch die Kombination dieser Glukosaminoglykane mit Hyaluronsäure im Darm zu Abbauprodukten, die ganz offensichtlich auch eine spürbare und zudem dopingfreie Schmerzdämpfung verursachen. Einfach ausgedrückt beobachtet man, dass die Pferde teilweise innerhalb weniger Tage sichtbar „besser laufen“.
Ergänzungsfuttermittel, die diese Inhaltsstoffe kombinieren, stehen bereits als Pulver ebenso wie in flüssiger Form zur Verfügung.
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