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 Der leere Strand - ein Traum für Pferd & Reiter

 Auf den Dämmen des Tagliamentos zur Mittagsrast (Fotos:Edith Leitner)
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Nach langer Nachdenkphase und vielen Telefonaten entschieden wir uns - auf Grund eines Artikels in der Reitwelt (Nr.4) mit eigenem Pferd unter fachkundigem Kommando von Major i. Tr. Ertl des Dragonerregiments Nr.6 „Friedrich Franz IV Großherzog von Mecklenburg-Schwerin“ - die Zeit vom 28. bis 30. Oktober 05 in Lignano zu verbringen.
Die Fahrt von Niederösterreich bis zur Auffindung des Pferdestalls von Tiziana und Graziano mitten in Lignano dauerte mehr als zehn Stunden und war durch den dichten Nebel auf der Autobahn zeitweise ganz schön zermürbend. Die unkomplizierte Art und die nette Aufnahme durch die beiden Italiener von uns und unseren Pferden haben uns schnell die Anstrengung vergessen lassen.
Nach kurzem Aufenthalt im Hotel erlebten wir den ersten Strandritt.
12 Pferde mit und manchmal ohne Reiter versuchten die Wellen zu bezwingen und über den weichen Sandboden zu galoppieren, für Pferd und Reiter ein wahres Paradies. Lignano vollkommen neu keine Strandliegen, keine Sonnenanbeter - nur Wanderer, einige wenige Badende und Hunde aller Größen. Es kam uns vor als wollten Hunde und Pferde gemeinsam ein Wettrennen um den Besitz des Strandes veranstalten, als wollten sie uns zeigen, dass nun ihre Zeit gekommen ist. Dieser erste Eindruck und das danach folgende Abendessen mit lustiger Unterhaltung zeigten uns das unsere Entscheidung (meine speziell - hatte ich mir doch zwei Wochen vorher die rechte Hand gebrochen und war mit Gips etwas in der Bewegungsfreiheit beim Satteln, putzen, reiten, ankleiden eingeschränkt) mit zu fahren richtig war.
Graziano und Alfred dirigierten (kommandierten) uns am zweiten Tag nach Gorgo. Der Ritt führte auf den Dämmen des Tagliamentos ausnahmslos nur auf Wiesenwegen zu einem gepflegten Pferdestall, wo wir Mittagsrast einlegten. Diese Rast war für einige von uns dringend von Nöten hatten sie doch die Nacht in verschiedenen Bars verbracht.
Tiziana brachte Stallhalfter, Bürsten und Anbindestricke mit dem Auto nach und versorgte die Pferde mit Heu und Wasser, ein tolles seltenes Service. Frisch gegrillter Fisch zu Mittag ganz einfach ein kulinarischer Genuss, leider folgte der Heimritt nach dem guten Essen und der netten Plauderei fast zu früh.
Der Abend verlief dann genau nach den Vorstellungen unserer Reiterseelen, musikalische Unterhaltung bei der man sogar mit singen durfte, obwohl die Töne immer falsch herauskamen. Peter und Alfred ein eingespieltes musikalisches Team, Gitarren, Mundharmonika und Lieder von Pferden, Freiheit und weitem Land, so verflog die Nacht.
Letzter Tag, wir wollten den Strand alleine erkunden und Fotos zu Dokumentationszwecken anfertigen. Als die Pferde den Sand unter ihren Hufen fühlten waren sie nicht mehr zu halten, kilometerlang nur weicher Sand und Wellen. Die Wellen erstaunten die Pferde immer noch, aber nach und nach fanden sie das herannahende Wasser als eben das beschriebene Erlebnis der besonderen Art.
Es waren drei wundervolle, sonnige Tage mit Reitern aus Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich, die wie wir die gleichen Interessen und Leidenschaften haben.
Graziano und Tiziana ein gastfreundliches Ehepaar das sich um Pferde und Urlauber gleich gut sorgt.
Unser herzliches Dankeschön gilt aber Alfred der mit Geduld, guter Organisation, sowie Improvisation dieses besondere Erlebnis ermöglichte.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im Jahr 2006 in Italien!
Edith Leitner
Gespannfahr- und Reitzentrum Hegerberg
3073 Stössing